Heute brau‘ ich, morgen back‘ ich …

Heute brau‘ ich, morgen back‘ ich …

… nein, ich möchte keine Märchen erzählen.

Stattdessen hat mir mein Biologenherz mal wieder geraten, etwas Neues auszuprobieren. Vor einigen Jahren habe ich bereits mit Mikroorganismen experimentiert und mit meiner damaligen Schulgarten-AG Sauerkraut hergestellt. Dieses Mal wollte ich noch einen Schritt weitergehen und Bier brauen.

Beim Sauerkraut konnte ich auf die langjährige Erfahrung eines geheimen Beraters vertrauen. So konnte ich mir damals sehr sicher sein, dass nach sechs Wochen tatsächlich Sauerkraut aus dem Gärtopf kommen wird. Das Bierbrauen war bis auf den ein oder anderen Brauereibesuch (natürlich mit anschließender ausgiebiger Bierverkostung, was sicher Absicht ist, damit man die Tipps des Braumeisters gleich wieder vergisst) für mich allerdings nun komplettes Neuland. Deswegen holte ich mir ein einfaches Brauset inkl. aller Brauutensilien. Hopfen hätte ich zwar praktisch auch aus eigenem Anbau noch von einer Hopfenpflanze im Garten gehabt, mangels Wissen über den Alphasäuregehalt musste ich aber trotzdem auf die im Set enthaltenen Hopfenpellets zurückgreifen. Vielleicht lässt sich der Hopfen aus dem eigenen Garten zumindest noch zum Kalthopfen einsetzen. Aber der Reihe nach.

Hier sind die einzelnen Schritte, die es beim Brauprozess zu beachten galt, in Bildern:

Der Gärprozess kommt schnell in Gang, wie das Video zeigt:

Ob das Bier jetzt tatsächlich etwas wird, wird sich erst in vier Wochen zeigen. Nachdem der Gärprozess zum Erliegen gekommen ist, wird nach 10 Tagen in Flaschen abgefüllt und noch drei Wochen weitergereift.

Es bleibt auch hier spannend 🙂
In der Zwischenzeit kann man sich aber schon mal das Treberbrot schmecken lassen.

Update 05.04.21:
Nach 10 Tagen Gärzeit wurde das Bier in die Flaschen abgefüllt. Im Vorfeld mussten die Flaschen ähnlich wie der Gärbehälter mit Oxyreiniger sterilisiert werden. Damit bei der Flaschengärung noch Kohlenstoffdioxid entsteht, das sich im Bier zur Kohlensäure umwandelt, wurde lediglich eine kleine Menge Zucker zugegeben. 3 Wochen muss das Bier nun noch lagern, bevor es genossen werden kann. Ein Teil der Flaschen wurde mit dem Hopfen aus dem Garten „gestopft“. Ob das Experiment glückt, wird sich dann ebenfalls in drei Wochen zeigen.

Update 21.04.21:
Endlich ist es soweit! Nach dreiwöchiger Flaschengärung kann das Bier gut gekühlt genossen werden. Das Kühlen des Bieres soll laut Anleitung mehrere Stunden dauern, damit sich der Druck reduziert. Tatsächlich hat sich in den Bügelverschlussflaschen ordentlich Kohlensäure gebildet. Zumindest den Klang der Flasche beim Öffnen kann ich teilen.

Den hervorragenden Geschmack müsst ihr mir einfach glauben. Auch das „gestopfte“ Bier hat eine wunderbar angenehme Hopfennote bekommen. Nur das Öffnen müssen wir noch etwas üben! 😉


Das war sicherlich nicht der letzte Sud, den ich angesetzt habe. Vorher muss ich mich aber nach größeren Gefäßen umsehen.

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